... portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Das Onlinemagazin schafft Transparenz der Leipziger und Leipzigerinnen gegenüber ihrer Meinung zur Stadt und zum Leben.

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Liesmich Verlag

„Viele Grüße aus der Bücherstadt Leipzig“

Laura | Germanistikstudentin | 25 Jahre | aus der Nähe von Leipzig | wohnt in der Südvorstadt
Karsten | Verleger bei Liesmich, Ingenieur bei Vodafone | 44 Jahre | aus Leipzig | wohnt im Südwesten
Christian | studiert Buchhandel- und Verlagswirtschaft | 27 Jahre | aus Leipzig | wohnt in Schönefeld

Wir sind hier in der Feinkost in der Südvorstadt. Welche Bedeutung hat dieser Platz für Euch?

Laura: Ich bin Südvorstädtlerin. Die Karli ist seit fünf Jahren mein zu Hause, ich wohne hier. Hier ist alles, was ich mit Leipzig verbinde. Im Sommer geht viel ab – es gibt das Sommerkino, den Biergarten, den Flohmarkt. Einmal im Monat wird man samstags schon um neun geweckt, weil draußen schon totaler Trubel ist. In der Woche wird man geweckt, weil die Baustelle hier ist. Es ist gerad eher eine Hassliebe, die ich mit der Karli verbinde.

Was macht den Liesmich Verlag Leipzig aus?

Karsten: Es ist ein sehr unkonventionelles Konzept. Unsere Grundidee besteht nicht darin Geld zu verdienen, obwohl wir auf das Geld angewiesen sind, neue Autoren zu unterstützen – aber das Grundprinzip macht aus, dass wir alle erstmal umsonst arbeiten, inklusive Verleger. Am Ende eines Projektes wir der Gewinn so geteilt, wie wir das alle denken, dass es gut ist.

Liesmich Verlag

Wer kann bei Euch mitmachen?

Karsten: Im Prinzip jeder. Wir haben die verschiedensten Leute, die bei uns mitmachen – Studenten, eine erfahrene Lektorin, ein gelernter Buchhändler, eine innovative Grafikerin, Fahhrradkuriere. Ich bin als Quereinsteiger mit der Idee gestartet und kann auch mitmachen, wie man sieht, obwohl ich nicht Literatur oder Verlagswirtschaft studiert habe. Bisher habe ich immer nur gern gelesen und Rezensionen geschrieben. Mitmachen kann also jeder, der begeistert ist und mit dem Konzept leben kann.

Ihr seid am 19.Juni beim Stadtradeln mit einer mobilen Lesung dabei. Wie kann ich mir das vorstellen?

Christian: Es wird ein Verstärker ans Lastenfahrrad gebastelt und dann werden Teile aus dem Buch „Pedalpilot Doppel-Zwo“ vorgelesen.

Laura: Aiko ist unser Lektor und für die PR zuständig, er wird hinten sitzen und vorlesen. Ganz witzig ist, dass der, der das Fahrrad fährt, auch in unserem Booktrailer der Fahrradkurier war.

Karsten: Und Aiko, der Vorleser, ist auch Fahrradkurier.

Liesmich Verlag

Beeinflusst die Stadt Leipzig Euer Handeln bei Liesmich oder hättet Ihr Liesmich auch in einer anderen Stadt gegründet?

Karsten: Ich habe den Verlag gegründet. Ich lebe schon immer in Leipzig, außer ich war mal im Ausland. Von daher kam natürlich nur Leipzig in Frage. Leipzig ist die Bücherstadt schlechthin. Ich schreibe in meinen Mails als Verleger auch immer so – „viele Grüße aus der Bücherstadt Leipzig“. Aber im Prinzip funktioniert so ein System in Zeiten des Internets überall. Aber uns verbindet schon alle eine Liebe zur Stadt – das ist ja klar.

Leipzig galt früher als Medienstadt – denkt Ihr das ist immer noch so?

Laura: Ich beschäftige mich im Moment durch mein Studium viel mit der Verlagslandschaft in Leipzig. Natürlich ist seit Ende des letzten Jahrhunderts viel zurückgegangen, aber jetzt kommt es wieder zum Florieren. Es sind nicht mehr die großen Verlage, die hier sind, sondern ganz viele kleine. Leipzig hat viele Indiebook-Verlage.

Liesmich Verlag

Stellt Euch vor Ihr hättet alle Möglichkeiten der Welt und euch stehen alle Türen offen. Welchen Wunsch würdet Ihr Euch dann erfüllen?

Karsten: Mein Wunsch wäre eigentlich, dass unser aktuelles Buch „Fayvel der Chinese“ in die deutschen Kinos kommen würde. Es gibt erste Vorgespräche mit Roman Polanski. Dieses Buch verdient es meiner Meinung nach, von einer großen Masse gelesen zu werden. Das in den Kinos zu sehen würde mich begeistern.

Laura: Ich würde mich schon freuen, wenn wir auf nationaler Ebene in den Buchhandlungen stehen könnten. Es ist schwierig ohne Buchvertreter, aber das wäre schon cool. Es ist schwer über die Grenzen Leipzigs rauszukommen, weil wir das alle nebenberuflich machen. Wir müssten jede Stadt einzeln anvisieren und anreisen, aber das wäre schön, wenn wir in jeder Bahnhofsbuchhandlung stehen würden.

Liesmich Verlag

Euer Konzept ist sehr idealistisch. Könnt Ihr Eure Ideale in Worte fassen?

Karsten: Die Grundidee bestand darin, dass wir gesagt haben, dass wir Autoren verlegen, die sonst bei anderen Verlagen kaum eine Chance bekommen, weil sie vielleicht nicht vom DLL kommen oder einfach noch keinen Namen haben. Wir sind mit der Einstellung rangegangen, dass wir denken, dass jeder eine gute Story schreiben kann. Wir bringen dann die Lektoren dazu und dann kann man da was Tolles daraus machen. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, Autoren zu finden, die unbekannt sind, aber trotzdem ein großes Lesepublikum verdienen.

Liesmich Verlag

Vervollständigt den Satz.

  1. Bei meinem ersten Treffen mit dem Liesmich Verlag dachte ich, das ist eine sehr sympathische Truppe. [Christian]
  2. Als das erste Buch erschien, war ich aufgeregt und glücklich. [Karsten]
  3. Der Liesmich Verlag ist offen für unkonventionelle Ideen. [Laura]
  4. In Leipzig ist für den Liesmich Verlag noch jede Menge Potential. [Christian]
  5. Unser Leben ist schön.