… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Abdull

Leipzig als neue Heimat

Abdul | Zahnarzt | 25 Jahre | aus Syrien, seit 7 Monaten in Leipzig | wohnt im Süden von Leipzig

Was ist für Dich typisch Leipzig?
Es gibt viele Organisationen und man kann im Sommer gut an den Cospudener See gehen, Volleyball spielen. Außerdem gibt es viele Partys. Ich habe zwar nur einmal das Völkerschlachtdenkmal besucht, aber das war wirklich sehr schön.

Was hast Du als Erstes gemacht, als Du in Leipzig angekommen bist?
Zuerst war ich vier Tage in Berlin. Dann bin ich hier angekommen. Ein Freund hat mich abgeholt. Zu der Zeit war gerade Ramadan und dadurch war ich sehr müde. Dann bin ich drei Tage zuhause geblieben. Danach habe ich mir zuerst die Innenstadt angeschaut und war spazieren.

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Gibt es einen Platz, der Dir sehr viel bedeutet?
In der Nähe meiner Wohnung gibt es einen See, den Silbersee. Der ist sehr schön und dort haben wir viele Grillpartys gemacht. Wenn mir langweilig ist, gehe ich dort spazieren. Dort ist es wirklich sehr schön.

Würdest Du gerne etwas an Leipzig verändern, wenn Du es könntest?
Ich habe noch Münster und Berlin besucht, aber ich denke, dass Leipzig schöner ist. Es gibt leider nicht viele Arbeitsmöglichkeiten. Deshalb muss ich vielleicht in eine andere Stadt ziehen, aber ich möchte eigentlich hier bleiben. Wenn ich eine Arbeit gefunden habe, bleibe ich hier.

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Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würdest Du an unserer Welt verändern?
In Leipzig gibt es alles, was man braucht. Ich würde gerne Gemüse, also Lebensmittel, die es in Syrien gibt, selbst anbauen. Ich kann hier leider nichts finden, was ich für traditionelle Gerichte zum Kochen bräuchte. Mein Leben hat sich verändert, besonders meine Freizeit. Ich bleibe sehr viel zu Hause und habe keinen Fernseher. Ich benutze meinen Laptop viel zu oft. Wir treffen uns im Moment immer bei einem Freund zu Hause, da das günstiger ist als in ein Café zu gehen. Zuhause in Syrien haben wir uns immer in Cafés getroffen, Karten gespielt und geraucht. Hier spare ich viel. Das ist sehr wichtig.

Was gibt es denn in Syrien für Gemüsesorten, die es in Deutschland nicht gibt?
Wir haben viel spezielles Essen in Syrien, zum Beispiel: Kubba, Tabolla, Jebraa, Fatusch, Bakllava, Makdous. Aber das Obst hier ist auch sehr lecker und es gefällt mir auch sehr gut.

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Was bedeutet Heimat für Dich?
Meine Heimat war mein Leben und meine Familie. Das ist jetzt auch meine Heimat, aber meine Heimat ist krank. Mein Heimatland leidet unter einem schwierigen Krieg und ich wünsche mir, dass ich in mein Heimatland zurückgehen kann und dass der Krieg endet. Ich möchte in meinem Heimatland arbeiten und den syrischen Leuten als Zahnarzt helfen und sie behandeln. Aber auch in Leipzig ist alles gut.

Bist Du in Leipzig schon zu Hause?
Eigentlich nein. Hier bin ich ziemlich alleine. Meine Familie ist nicht da. Ich habe hier Freunde aus Syrien oder Jordanien. Ich vermisse etwas, aber ich weiß nicht was.

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Was ist Dir in diesem Moment besonders wichtig?
Ich möchte jetzt arbeiten und vielleicht eine Frau finden [lacht]. Ich würde mir wünschen, dass meine Familie zu mir kommen kann, wenn ich eine Stelle gefunden habe.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Als ich nach Leipzig gekommen bin, … war mir kalt im Sommer. Das war im Juli und das war sehr kalt.
  2. Zuhause … möchte ich drei Kinder haben.
  3. In Leipzig … wollte ich wohnen.
  4. Mein Leben … ist jetzt sehr kompliziert und ich hoffe, dass mein Leben in Zukunft wunderschön ist [lacht].