… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Leipzig rauscht...

Südvorstadt Connewitz

Adelina

Schätzt Hausgemeinschaften und -projekte

Adelina Horn | Mami und Bloggerin | 26 Jahre | aus Leipzig | wohnt in Connewitz

Durch Deinen Blog Leipzig-leben kennst Du viele verschiedene Plätze. Was ist Dein liebster Spot?

Der ist eher unabhängig von denen, die ich über meine Blogrecherchen kennenlerne. Lieblingsspots sind ja eher Spots, an denen man privat sehr schöne Zeiten verbracht hat. Ich glaube, für mich ist das derzeit der Hildebrandtspielplatz in Connewitz. Das ist der Ort, an dem ich mit meiner Tochter wohl bisher die meisten Stunden verbracht habe. Der liegt genau auf dem halben Weg zwischen unserer Tagesmama und zurück nach Hause. Dort gab es die ersten Geh- und Buddelversuche, wilde Rutscherkundungstouren,  im Winter sammeln wir den Schnee ein und alles in allem kreuzen unsere Wege diesen Ort wohl mindestens zweimal täglich.

Denkst Du, dass Leipzig kinderfreundlich ist?

Ich finde, dass Leipzig durchaus ziemlich kinderfreundlich ist. Das liegt aber wiederum gar nicht unbedingt an Leipzig selbst, sondern eher an dem, was Leipzig so von Grund auf mitbringt. Wir sind viel draußen und unternehmen spannende Sachen. Als das Café Südkinder zugemacht hat, war das ein ganz schöner Einschnitt. Gerade in der Gegend Südvorstadt/Connewitz haben viele diesen Anlaufpunkt sehr zu schätzen gewusst,  wo man mit kleinen Kindern auf ein Stück Kuchen einkehren kann – gerade auch, wenn das Wetter einmal nicht so pralle ist. Das fehlt jetzt ein bisschen.

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Was ist für Dich typisch Leipzig? Und unterscheidet sich Leipzig im Gegensatz zu anderen Städten für Dich?

Das ist für mich schwer zu sagen, da ich ein Mädel bin, was bisher tatsächlich weniger rumgekommen ist, als ihm lieb war. So bedauerlich das auch ist. Es kam immer dazu, hier zu bleiben anstatt zu gehen. Wahrscheinlich fallen einem die typischen Macken und Besonderheiten einer Stadt erst im Vergleich auf. Entsprechend ,normal‘ fühlt sich für mich das Leben in Leipzig an.

Wann hast Du Leipzig lieben gelernt?

Ich bin hier reingewachsen und vielleicht ist dadurch bei mir auch keine explizite Verliebtheit vorhanden. Ich hatte schon immer das Gefühl, ich könnte Leipzig auch ohne Weiteres den Rücken kehren. Aber mein Leben später mit Freund und noch später mit Kind hat mich hier mit der Zeit immer mehr verwurzelt. Und spätestens seit dann vor drei Jahren, als der Blog hinzukam, ein weiterer ausgeprägter Stadtbezug für mich hinzukam,  würde ich zumindest aktuell nicht ohne Weiteres umziehen.

Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würde dann für Dich das größte Glück bedeuten?

Mit meiner kleinen Familie bin ich da schon ziemlich nah dran. So mit alledem, was ich mir da selbst zurechtgeschmiedet habe. Auch mit meiner dreijährigen Elternzeit habe ich da wahrscheinlich alle Freiheiten und Möglichkeiten, die man sich als junger Mensch nur so wünschen kann. Als junge Frau, Mama & Bloggerin unterwegs in Leipzig, neugierig und immer auf Entdeckungsreise … Was mir außerdem gut gefallen würde, wäre die stärkere Vernetzung in einer Gemeinschaft. Ich bin gar nicht so überzeugt, dass das optimale Leben immer nur in so einer Kleinfamilie stattfinden muss. Wir haben ein unglaublich tolles Haus in Connewitz mit cooler Hausgemeinschaft und einem riesigen Hof. Wir gehen aktuell für eine Frau einkaufen, die sich den Fuß gebrochen hat und sind mit der Familie aus dem Hinterhof in den Urlaub gefahren. So eine Vernetzung fetzt. Das tut den Kindern gut. Das tut den Erwachsenen gut. Raus aus der sozialen Isolation.

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Woraus schöpfst Du neue Kraft?

Ich denke, ich muss mein Leben da so ein bisschen in eine Zeit vor und eine Zeit seit dem Kind einteilen. Früher war es eher das Zigarette rauchen im Fensterbrett sitzend, was mir Kraft schenkte. Heute habe ich durch das Kinderwagen schieben das Spazierengehen lieben gelernt. Bei diesen Ausflügen ist man mit den Stimmen in seinem Kopf für sich. Da laufen in meinem Kopf viele produktive Prozesse ab oder ich finde Klarheit über Dinge, die mich zu sehr beschäftigen. Aber im Gegensatz dazu ist es gelegentlich auch wertvoll einfach seiner Lieblingsmusik über Kopfhörer zu lauschen, und damit nicht nur die äußeren, sondern auch ab und zu die inneren Stimmen zu übertönen, weil das mit Job und Kind ja dann doch nicht so oft im Alltag umsetzbar ist.

Hast Du ein Lebensmotto?

Früher fand ich den Spruch Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden! großartig. Später fand ich ihn zu klischeebeladen, obwohl er seine heimliche Wahrheit für mich nie verlor. Seit mein Kind seine Rolle in meinem Leben fand, ist er jedoch wieder prominenter denn je. Denn es geht längst nicht mehr nur um mich. Auch wenn ich morgens noch so gern im Bett liegen bleiben würde, ist sie mein Antrieb aufzustehen und mich der Frage zu stellen, was so ein kleiner Mensch jetzt wohl am allerliebsten tun würde.

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Was könnten wir von Deiner Tochter lernen?

Ich träume ja von Vorurteilsfreiheit unter den Menschen und das ist es wohl auch, was wir von unseren Kindern lernen können. Total unbefangen auf jeden zuzugehen, egal welchen Alters, welcher sozialen Herkunft, ob krank oder gesund, merkwürdig aussehend oder oder oder …  die Kids machen uns alles vor. Ebenfalls toll ist, dass Kinder noch keinen ausgeprägten Bezug zu Technik haben. Denn uns Erwachsenen verbaut all die ganze Technik womöglich ganz schön viel soziales Miteinander. Kinder empfinden auch die Zeit noch vollkommen anders, vielleicht auch deshalb, weil ihnen nicht so viel davon durch sinnlose Aktivitäten verloren geht wie uns.

Was ist Deine letzte WhatsApp-Nachricht?

Das mache ich. Ich drück dich!

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Mit meiner Tochter … verbringe ich die schönsten Stunden.
  2. Wenn ich nach Hause komme, … muss es warm sein.
  3. Mein Blog … ist ein Herzensprojekt.
  4. Wenn ich aufstehe, … ist immer schon jemand wach.
  5. In Leipzig … bin ich ich geworden.
  6. Mein Leben … fetzt!