… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Berivan

Über Connewitz und das Problem mit den Antennen

Berivan | Studentin Jazzgesang, freiberufliche Sängerin | 29 Jahre | aus Berlin | wohnt in Schleußig

Was verbindest Du mit der Stadt Leipzig?

Ich bin zum Studieren hierher gekommen deshalb verbinde ich die Unabhängikeit und natürlich viele neue Leute mit der Stadt.

Was füllt momentan Deine Tage?

Ich mache in einer Woche mein Abschlusskonzert an der Hochschule und das ist im Moment meine Haupttätigkeit – mir den ganzen Tag Gedanken zu machen, E-Mails zu schreiben, zu organisieren.

Was ist dabei die größte Herausforderung?

Ich bin ein Mensch, der nicht gern Entscheidungen trifft und ich bin für mein Abschlusskonzert ganz allein verantwortlich. Das fällt mir sehr schwer. Ich möchte natürlich, dass Freunde und Kollegen etwas dazu sagen, aber im Endeffekt ist alles meine Entscheidung.

Fällt Dir dazu ein Beispiel ein?

Die Songauswahl. Es ist total schön, dass ich mich unabhängig von der Hochschule entscheiden kann, aber ein paar Vorgaben wären gar nicht schlecht.

Wie sieht so ein Abschlusskonzert aus?

Ich spiele im UT Connewitz mit einer Band eigene Songs und ein paar Cover-Sachen, die mir während des Studiums ans Herz gewachsen sind.

Warum ausgerechnet im UT Connewitz?

Ich habe lange in Connewitz gewohnt und mag den Stadtteil total gern. Die Energie und die Atmosphäre im UT Connewitz sind einfach toll. Ich habe selbst noch nie dort gesungen. Ich habe gedacht, wenn ich so etwas mal mache, dann möchte ich das groß feiern.

Beri

Warum wohnst Du jetzt in Schleußig, obwohl Du Connewitz so magst?

Ich habe in Connewitz in einer gemütlichen Dachgeschoss-Wohnung gewohnt und fand das lange Zeit ganz toll. Irgendwann ist mir aber die Decke auf den Kopf gefallen. Ich hatte eine kleine Antenne auf dem Dach. Im Winter, wenn Schnee lag, konnte ich die Fenster nicht mehr öffnen und die Antenne verschwand im Eis. Ich hatte demzufolge kein Internet mehr und das waren Sachen, die haben mich total genervt. Ich hatte das Bedürfnis nach Raum. Ich habe dann lange gesucht und die perfekte Wohnung in einem tollen Haus mit vielen Künstlern und Musikern gefunden.

Wird Leipzig Deine Base bleiben?

Ja. Denn ich habe mir musikalisch und menschlich hier ganz viel aufgebaut. Das würde mir schwer fallen, das jetzt alles zurückzulassen. Wobei ich mir vorstellen kann wieder nach Berlin zurückzugehen.

Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würde dann für Dich das größte Glück bedeuten?

Wenn ich egoistisch denke, würde ich ganz viel Musik machen und Alben aufnehmen und alles, was ich mir vorstelle, verwirklichen. Ansonsten würde ich versuchen mich um Bildung zu kümmern. Es gibt ein paar politische Sachen, bei denen ich mich frage, warum man nicht merkt, dass das so nicht geht.

Was würdest Du politisch an unserer Gesellschaft ändern, wenn Du es könntest?

Ich verstehe nicht, wie man immer mehr Gelder im Bereich Bildung und Kultur kürzen kann und sich dann wundert, dass etwas nicht gut läuft. Ich habe ziemlich lange in Berlin in einem Jugendmuseum gearbeitet, in dem Kinder und Jugendliche ganz viele Projekte zu unterschiedlichen Themen machen können. Da wurde ich damit konfrontiert, was die Kinder, welche aus schwierigen Verhältnissen kommen, in der Schule lernen. Natürlich können Lehrer so etwas nicht in der vollen Breite auffangen, aber man sollte mehr solcher Projekte fördern oder den Lehrern mehr Raum geben, um sich um die Schüler zu kümmern. Es fließt so wahnsinnig viel Geld in die Wirtschaft, aber an den Orten, wo eine gute Gesellschaft anfängt, wird gespart.

Vervollständige bitte folgende Sätze: 

  1. Wenn ich nach Hause komme, … koche ich mir etwas.
  2. Dann gibt es … gebackenen Camembert.
  3. Am Tag meines Abschlusskonzertes … habe ich hoffentlich ausgeschlafen.
  4. Berlin ist im Gegensatz zu Leipzig … groß.
  5. In Leipzig … lebe ich.
  6. Mein Leben … ist bunt.