… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Claudia

Sozialunternehmerin bei der heldenküche

Claudia | Sozialunternehmerin bei heldenküche | 27 Jahre | aus Dresden | wohnt in Schleußig

Was hat Dich dazu motiviert Sozialunternehmerin zu werden?

Veränderungswille und Aktivismus. Ich hatte vor drei Jahren mit Freunden einen Verein gegründet und habe gemerkt, wie viel ich erreichen kann, wenn ich etwas mache. Der Gegensatz: Was kann ich durch Forschung, z. B. durch meine Masterarbeit, und was durch meine Vereinstätigkeit bewirken? Der Verein war eine Art Sprungbrett für mich. Es war schnell zu durchschauen, dass Menschen zu Veranstaltungen kommen, wenn es etwas zu essen gibt. So begann ich mit dem Kochen und es wurde zu meiner Leidenschaft. Im Rahmen meines VWL-Studiums habe ich mich viel mit dem Thema Wachstum beschäftigt. Dass ich ein völlig anderes Unternehmen gründen will, was von Wachstumszwängen losgelöst ist, war für mich schnell klar. Ich wusste, dass ich meinen Idealismus verlieren würde, wenn ich in einen ‚normalen‘ Job einsteigen würde.

Hat Leipzig Dich bei Deinem Vorgehen beeinflusst?

Ja, Leipzig ist Aktivismus pur. Man findet viele Leute, die ähnlich ticken, die einen bestärken. Das ist in anderen Städten bestimmt anders. Hier ist noch viel Raum.

Was sollte man sich in 24h in Leipzig anschauen?

Die Innenstadt ist schon wichtig, aber was Leipzig ausmacht, sind die unterschiedlichen Viertel, in denen immer etwas los ist. Auf eine Veranstaltung gehen oder sich ein Stadtviertel anschauen. Mal durch Plagwitz laufen.

Durch die heldenküche kommst Du viel in Leipzig rum. Hast Du ein Viertel entdeckt, wo Du vorher gar nicht wusstest, wie cool es da eigentlich ist?

Ich fühle mich in meinem Kiez unglaublich wohl. Der Annalinde-Gemeinschaftsgarten oder die Küche, in der ich koche. Diese Orte gefallen mir sehr gut. Selbst in meinem Stadtviertel entdecke ich immer wieder neue Sachen. Die Georg-Schwarz-Straße zum Beispiel, wo ständig etwas Neues entsteht.

Was macht Schleußig / Plagwitz aus?

Viele Künstler, viele Ateliers. Schleußig ist dieses Familienviertel. Ich finde den Naturbezug durch den Wald und den Kanal sehr stark. Und tatsächlich die Veränderung, dass hier immer wieder etwas passiert.

Claudia

Man braucht schon viel Kraft, um solch ein Unternehmen zu gründen. Woher nimmst Du die Energie?

Zu sehen, wie das, was ich ins Leben gerufen habe, wächst und gedeiht, gibt mir so viel Kraft. Es ist toll, dass ich die ganze Zeit Dinge tue, die mir Spaß machen und das als Arbeit bezeichnen darf. Und noch ein ganz großer Punkt, warum ich mich selbstständig mache, ist Mittagsschlaf. Meinen 15minütigen Powernap kann mir keiner nehmen. Ich führe jeden Tag so ein ausgeglichenes Leben, dass ich am Freitag nicht denke, ich brauche jetzt Wochenende. Aus der Zusammenarbeit mit Menschen, wenn ich mit den Kindern zusammenkoche und aus meinen Freunden schöpfe ich viel Kraft.

Wenn Du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest, was wäre das?

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen mehr Geld für Essen ausgeben und Lebensmitteln damit wieder einen Wert geben. Vielen fehlt der Bezug zur Natur. Letztens war ich vormittags im Annalinde-Garten und habe Radieschen angebaut. Da habe ich mal gesehen, was dahintersteckt. Nachmittags bin ich mit einer Freundin von Lebensmittel retten e. V. auf den Wochenmarkt gefahren, um Lebensmittel abzuholen, die eigentlich weggeworfen worden wären. Da habe ich die Dimensionen gesehen: kistenweise Kohlrabi, Möhren und andere Sachen landen im Müll. Das finde ich sehr skurril und würde es gern auf eine positive Art ändern. Ich möchte zeigen, dass es für alles Alternativen gibt. Die großen Themen bei der heldenküche sind Nachhaltigkeit und Ungleichheit. Ungleichheit ist für alle schlecht, sowohl für die Reichen als auch für die Armen.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Als ich mit den Kindern den Acker umgegraben habe, … dachte ich, wie schön ist mein Leben.
  2. Dieses Jahr … ist ein ganz besonderes für mich und es wird viel passieren.
  3. In fünf Jahren … habe ich vielleicht eine eigene Familie.
  4. In Leipzig …. fühle ich mich wohl.
  5. Mein Leben … ist schön.