… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Lindenau Plagwitz

Julia, Tina und Malena

Die drei Köpfe hinter Tapetenwechsel

Julia | Studiert in Halle Ethnologie und Politikwissenschaft | 23 Jahre | aus Dresden | wohnt im Zentrum Nord
Tina | Studiert Geschichte | 25 Jahre | aus der Nähe von Berlin | wohnt im Zentrum Süd
Malena | Studiert Sustainable Development | 26 Jahre | aus Münster | wohnt in Schleußig

Beschreibt uns doch mal kurz das Konzept, das hinter Tapetenwechsel steckt!

Malena: Tapetenwechsel ist eine größere Version eines Wohnzimmerkonzerts. Das Prinzip ist ein Abend, drei Wohnungen, drei Musiker und drei Künstlerinnen. Wir versuchen an diesem Abend Freunde, Freundesfreunde und alle, die es werden wollen, zusammenzubringen. Die Leute können dann von Wohnung zu Wohnung ziehen. In jeder Wohnung spielt immer zur gleichen Zeit die Musik – es gibt festgelegte Performancezeiten. Es ist also egal, in welcher Wohnung man anfängt. Zwischendurch ist immer ein bisschen Zeit, damit man quatschen, ein Bierchen trinken, mit den Leuten oder Musikern ins Gespräch kommen kann. Und natürlich kann man sich die Kunstwerke anschauen. Der nächste Tapetenwechsel ist am Sonntag, am 12. April. Wir freuen uns immer über neue Gesichter, die vorbeikommen.

Was hat euch denn nach Leipzig getrieben? Ihr seid ja alle Nicht-Leipzigerinnen. 

Julia: Ich habe in Halle studiert. Halle ist mir ziemlich schnell auf den Kopf gefallen und Leipzig fand ich schon immer gut. Eine Freundin von mir wohnte hier. Und auf einer Homeparty hat es dann „Klick“ gemacht. Das war irgendwie dieses Leipzig-Gefühl: die Menschen, die so offen sind, alles miteinander teilen. So ein Geben und Nehmen – das hat mich einfach angezogen.

Tina: Ich habe zwei Jahre in Münster studiert. Tatsächlich war es so, dass ich die ganzen zwei Jahre gedacht habe, irgendwie fehlt etwas in der Stadt – vor allem Kunst und Kultur. Die Szene war eher etwas langweilig. Dann dachte ich, meine Masterarbeit kann ich im Grunde schreiben, wo ich möchte. Ich kannte die zwei hübschen Damen hier neben mir schon. Und bei der besagten Homeparty, die ein gutes Leipzig-Gefühl ausgelöst hat, dachte ich mir, ich komme auch nach Leipzig und probiere es einfach mal hier. Irgendwie erschien mir das ganz cool. Ich hatte keine großen Erwartungen. Und jetzt bin ich sehr überrascht, wie unglaublich mir die Stadt gefällt und dass ich mich so wohl hier fühle. Es ist ein guter Spirit in der Stadt.

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Ihr wohnt alle in unterschiedlichen Stadtvierteln. Könntet Ihr Euch vorstellen, in dem Stadtviertel der jeweilig anderen zu wohnen?

Julia: Absolut, in Schleußig ja. [lachen]

Malena: Ich weiß nicht, ob ich mir vorstellen könnte, im Norden zu wohnen. Wenn man eine geile Wohnung haben will und man zieht Richtung Georg-Schumann-Straße, dann ist es da eventuell in fünf Jahren ganz toll, aber bis dahin mag ich den Westen ganz gerne. Den Osten finde ich auch ganz geil, aber ich fühle mich hier sehr wohl. Es muss meiner Meinung nicht unbedingt Schleußig sein, ist teilweise etwas spießig. Wir hatten letztens auch eine schöne fette Mieterhöhung, aber Lindenau und Plagwitz mag ich schon echt gern.

Wo geht Ihr am liebsten nachts feiern?

Julia: Das ist eine gute Frage. In Leipzig ist das nicht so ein Feiern eher kleine Sachen. Das Conne Island mag ich.

Malena: Am liebsten feiere ich auf Draußen-Partys.

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Und wo trinkt Ihr am liebsten Euren Kaffee?

Malena: Das Café Kater hat ja jetzt neu aufgemacht. Das finde ich ganz nett. Und das Café von der Galerie für zeitgenössische Kunst finde ich auch ganz schön. Aber sonst muss ich sagen könnte cafémäßig noch einiges hier passieren.

Tina: Das Zack Zack in Reudnitz finde ich cool, aber ansonsten sehe ich das auch so – es fehlt etwas hier.

Stellt Euch vor, Ihr hättet alle Möglichkeiten der Welt und müsstet keine Konsequenzen für Euer Handeln tragen. Was würde dann für Euch das größte Glück bedeuten?

Malena: Wir würden uns sehr gern mit ein paar anderen Ideen selbstständig machen, aber merken dann, dass der finanzielle Rahmen zu knapp ist. Wenn man da so viele Möglichkeiten hätte, wie man wollte, hätten wir auf jeden Fall noch viele coole Ideen. Und sonst natürlich viel Reisen.

Julia: Ich würde nach Asien reisen.

Tina: Ich würde in den Iran.

Malena: Mein Traum wäre Island.

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Woraus schöpft Ihr neue Kraft, wenn Ihr merkt, dass es nicht ganz so einfach ist und zum Beispiel das Geld fehlt, um Eure Ideen zu verwirklichen?

Julia: Ich finde, dass einen diese Stadt inspiriert. Es fällt so leicht, mit Leuten zusammen etwas zu entwickeln.

Malena: Man kann so viel machen, auch wenn man nicht viel Geld hat. Es gibt viele Veranstaltungen, die nichts kosten, aber in die trotzdem ganz viele Leute Energie reinstecken. Wir versuchen etwas zurückzugeben, indem wir etwas schaffen, wo auch Leute hinkommen können und einen schönen Abend haben. Und zu wissen, dass es noch andere gibt, die dieselbe Einstellung haben, ist irgendwie schön.

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Habt Ihr ein Lebensmotto?

Julia: Ich finde, es gibt manchmal so Momente, wo man etwas im Kopf hat und denkt, das trifft jetzt voll zu. Ich muss da an ein Buch denken. Die Erfahrungen der Welt und dieses Welterfahren. Aber das ist jetzt vielleicht bisschen zu krass.

Vervollständigt bitte folgende Sätze:

  1. Beim ersten Tapetenwechselwaren wir sehr aufgeregt.
  2. Wenn ich früh die Haustür verlasse, … kommt Julia am leckeren Bäcker vorbei… mh, dieser Geruch.
  3. Sonntagmittag … sind wir noch feiern oder kommen gerade nach Hause.
  4. In Leipzig … riecht es immer nach Bärlauch – zumindest in Schleußig.
  5. Unser Leben … gönn dir! [lachen]