… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

Die letzten Fünf
Reudnitz Volkmarsdorf
Waldstraßenviertel Gohlis
Südvorstadt Connewitz
Alle
Lindenau Plagwitz
Grünau & Rand
Leipzig rauscht...

Südvorstadt Connewitz

Katja

Das Leben besteht aus vielen Kontrasten

Katja Wachsmuth | Geschäftsführerin OSB Leipzig | 42 Jahre | aus Rudolstadt in Thüringen | wohnt im Musikerviertel

Was hat Dich nach Leipzig gebracht?

Der Sport. Ich komme aus dem thüringischen, grünen Herzen Deutschlands. Ich wollte in Leipzig Sport studieren und habe das auch zwei Jahre lang gemacht. Dabei habe ich allerdings festgestellt, dass man sehr viel auswendig lernen muss. Das war für mich nicht das Richtige, weshalb ich daraufhin Informatik studiert habe. Da muss man nicht so viel auswendig lernen, weshalb mir das leichter fiel. Das Studium habe ich beendet, aber mir waren das zu viele Bits und Bytes. Ich bin danach nach Zürich gegangen und war dort in einer Agentur anderthalb Jahre im Eventmanagement tätig. Das war sehr schön, weil in der Schweiz natürlich vieles möglich ist, weil die finanziellen Mittel da sind. Das ging alles nach dem Motto: Fenster auf, Kohle raus. Ich konnte mich dort also austoben. Aber die Schweizer sind eben wie sie sind – nett, aber einfach ein wenig anders. So hat es mich zurück nach Leipzig gezogen und ich bin irgendwann zur OSB gekommen.

 

Fenster auf, Kohle raus. Ist das auch Dein Motto als Geschäftsführerin?

Nein, das funktioniert im guten alten Osten natürlich nicht. Hier geht es eher darum, den Kühlschrank zu füllen und sich noch ein paar Hobbys leisten zu können. Man muss Geld verdienen, um in seinen Entscheidungen nicht abhängig zu sein.

 

 

Was verbindest Du mit dem Musikerviertel, in dem du wohnst?

Ich verbinde damit vor allem den Park, der nebenan ist. Aber es ist in Leipzig sowieso schwer, aus einer Haustür zu gehen und nicht direkt in einen Park zu fallen. Ich fand die Wohnung hier ganz schön mit dem Balkon, aber eigentlich hängt mein Herz an der Südvorstadt. Ich war lange beim Roten Stern, der in Connewitz ist. In der Südvorstadt ist einfach ein anderes Klientel und eine andere Kultur anzutreffen. Das Musikerviertel hingegen ist eher an dem Business dran, was ich jetzt betreibe. Die Südvorstadt bildet dazu einen Kontrast, weshalb das für mich attraktiver ist.

 

Du warst beim Roten Stern dabei und würdest gern nach Reudnitz ziehen, aber führst trotzdem ein Maschinenbauunternehmen. Wie passt das zusammen?

So ist das Leben. Das Leben besteht aus vielen Kontrasten und das gehört dazu. Je mehr in ein Leben hineinpasst, desto besser ist es.

 

Wo trinkst Du gern ein Bier in Leipzig?

Am liebsten trinke ich Bier mit Freunden vor dem Fußball oder draußen ein frisch Gezapftes. Bier kann man aber überall trinken. Im Musikerviertel gibt eine coole Kneipe, das B10. Das ist zwar auch ein wenig elitär, aber trotzdem ganz cool. Das ist direkt bei mir um die Ecke, sodass ich nach einem Besuch nur noch ins Bett fallen muss.

 

Was ist für Dich typisch Leipzig?

Die Parks und das Grün sind für mich typisch Leipzig und dass man die Leute wieder trifft. Ich will damit aber nicht sagen, dass jeder jeden kennt.

 

 

Wenn Du Deinem 16-jährigen Ich einen Rat geben könntest, welcher wäre das?

Ich würde mir raten, das, was ich erlebe, intensiver zu erleben. Damals sind viel mehr Sachen an mir vorbeigerauscht, ohne dass ich sie intensiv erlebt habe. Wenn ich in jüngeren Jahren auf Reisen war, habe ich das alles nicht so aufmerksam wahrgenommen wie heute.

 

Gibt es an Dir eine Sache, an der du zweifelst?

An mir zweifeln? Nee.

 

Was hat Dein Leben in den letzten Jahren verändert?

Unglaublich viel. Ich denke jedes Jahr, dass es ein sehr aufregendes Jahr war und es langsam mal ruhiger werden müsste. Aber im Jahr darauf passiert dann doch wieder etwas Aufregendes. Letztes Jahr habe ich meinen Jungen geboren. Das war natürlich ein krasses Erlebnis und hat sehr viel in meinem Leben verändert. Im Jahr davor habe ich geheiratet. Und jetzt wird die OSB Anlagenhersteller. 

 

Inwiefern sind Deine Vorstellungen von der Geburt deines Kindes von der Realität abgewichen?

Ich hatte vorher keine konkrete Vorstellung von der Geburt oder dem Leben mit einem Kind. Das kann man nicht beschreiben. Das muss man erleben. Da ist die Geburt und auf einmal ist dein Kind da und alles verändert sich. 

 

Wie schaffst Du es, Familie, Freunde und die Firma unter einen Hut zu kriegen?

Das schaffe ich nur mit meiner Partnerin an meiner Seite. Sicherlich könnte man das auch alles allein hinkriegen, aber mit ihrer Hilfe ist es wesentlich einfacher. Außerdem bin ich keine Alleinunternehmerin, sondern habe ein Team. Den meisten Teil der Arbeit machen die anderen und ich stehe nur obendrüber und dirigiere das Ganze. Das funktioniert nur, wenn alle mitmachen.

 

Du hast Sport studiert. Spielt das Sportliche heute noch eine Rolle in Deinem Leben?

Sport spielt in meinem Leben schon noch eine Rolle, aber ich bin froh, wenn ich es einmal in der Woche schaffe, eine Runde laufen zu gehen. Ich würde gern mehr Zeit für Sport haben und gehe auch gern Wandern.

 

Wie stellst Du Dir Dein Alter vor?

Ich war letztens in der Sauna und habe eine ältere Frau getroffen, die sehr lebendig und mobil wirkte. Und genau das wünsche ich mir für mein Alter. Ich bin zwar jetzt lebendig und fit, aber ich hoffe, dass das im Alter auch so bleibt.

 

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Ich mag es nicht, wenn … das Leben zu kompliziert ist.
  2. Meine Team … ist toll!
  3. Meine Familie … ist für mich das Wichtigste.
  4. Wenn ich beim Wandern am Berggipfel angekommen bin … denke ich, was für eine schöne Aussicht.
  5. Wenn ich alt bin … bin ich hoffentlich lebendig.
  6. In Leipzig … lebt es sich wunderbar.
  7. Mein Leben … ist das Beste.