… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Leipzig rauscht...

Waldstraßenviertel Gohlis

Oli

Think Big! Denke groß, dann passiert auch Großes.

Oliver Trabhardt | Selbstständiger Unternehmensberater und Entwicklungsleiter | 28 Jahre | aus Holzweißig bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt | wohnt in Gohlis

Welcher Platz in Leipzig hat für Dich die größte Bedeutung?

Mmh, ich würde sagen, geschichtlich gesehen ist es definitiv das Völkerschlachtdenkmal, für mich persönlich ist aber der schönste Platz in der Hinsicht der Platz beim Bundesverwaltungsgericht.

24h Leipzig – Was darf man auf keinen Fall verpassen?

Ok, da gibts sehr viel. Was ich im Endeffekt empfehlen kann, was ich auch letztens gemacht habe, ist eine Busrundtour. Ich muss sagen, da erfährt man mindestens zu 80 Prozent die Geschichte Leipzigs bzw. was alles in Leipzig passiert ist – von der Völkerschlacht übers Schillerhaus, über das Gohliser Schloss, das Stadtzentrum, das Musikerviertel, bis über das Waldstraßenviertel über alles. Das kann man schnell machen. Das dauert ja nur 2 Stunden. Man fährt im Endeffekt am Bahnhof los und man erfährt einfach alles, geschichtlich gesehen, von Leipzig und dadurch kann man ja dann schlussfolgern, wo man noch hin will. Was ich definitiv empfehlen würde, wäre das Völkerschlachtdenkmal, aber da braucht man mindestens einen viertel oder halben Tag.

Wo möchtest Du nach der Bustour mal hin?

Dadurch, dass ich ja alles schon in Leipzig soweit kannte, muss ich sagen, war trotzdem vieles Interessantes dabei. Auch gerade so bestimmte Orte außerhalb des Stadtzentrums, weil das kenn ich ja am meisten. Ich würde gern mal ins Gohliser Schlösschen gehen, weil das nur zu Veranstaltungen geöffnet ist, also man kann es nicht frei besichtigen. Das hat nur zu Veranstaltungen geöffnet, gerade jetzt zur Weihnachtszeit.

Wo hast Du Leipzig lieben gelernt?

Das ist schwer. Also ich wollte früher schon immer herziehen, bin früher schon immer sehr viel in Deutschland – also immer mal so Berlin, München, Kassel, Hamburg – gewesen. Und ich muss sagen, Leipzig ist in der Hinsicht am schönsten, weil das Stadtzentrum so kompakt ist und es passt einfach alles, vom Geschichtlichen und vom Tourismus her, einkaufen und im Endeffekt auch meine Freunde. Aber lieben gelernt habe ich es, weil die Leute und die Stadt einfach zusammenpassen.

Dunkel, feucht, verraucht – eine Leipziger Clubnacht. Was ist Dein liebster Spot?

Dadurch, dass ich auch mal im Zentrum gewohnt habe, bin ich auch öfters im Café Waldi. Da bin ich mit am liebsten feiern. Also wie gesagt Café Waldi und dann noch Spizz, Werk 2, auch L1 macht Spaß und ansonsten Barfußgässchen, bisschen Karli und wenn es passt, in den Bars sitzen.

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 Was ist Deine Lieblingsbar?

Mmh, habe ich nicht so wirklich. Früher war es mal lustigerweise das Stones in der Kolonadenstraße. Das war auch nur so, weil ich da sehr in der Nähe gewohnt habe und das war immer mein Nach-hause-Weg. Da war es immer lustig. Ansonsten habe ich eigentlich keine Lieblingsbar. Wir sind alle öfters im Spizz, aber das ist eher so: Das kennt jeder, man kann sich hinsetzen, abends feiern gehen, nachmittags einen Kaffee trinken gehen. Das passt halt immer irgendwie.

Typisch Leipzig – Was ist Dir aufgefallen?

Also typisch Leipzig ist, ich nenn es mal Lokalpatriotismus, den die Menschen hier sehr verinnerlicht haben. Dass die wirklich ihre Stadt größtenteils lieben und das viele auch lokal bleiben, d. h. hier arbeiten, leben, wohnen, alles halt hier in Leipzig. Man hat viel Zuwachs von außerhalb, aber typisch Leipzig ist, dass die Leute sich hier wohlfühlen, dass es einfach passt.

Was macht Gohlis aus?

Geschichtlich gesehen weiß ich ja, dass es früher eine eigene Stadt war, dass es dann im Endeffekt eingemeindet wurde. Es wurde schon immer als gehoben klassifiziert, aber im Endeffekt ist es genauso wie in anderen Stadtteilen in Leipzig: es summiert sich dort nur ein bisschen mehr, gerade so oberhalb des Zoos. Das Besondere ist definitiv, dass es noch viele alte Gebäude hat bzw. dass es auch relativ bunt durchmischt und auch grün und viel belebt ist. Als ich zuerst nach Leipzig gezogen bin, habe ich im Block gewohnt, in Marienbrunnen. Das war nicht so sehr familiär, also man hat seine Nachbarn nicht so sehr gekannt. Aber jetzt in Gohlis kennt man auch seinen Nachbarn, grüßt sich, man unterhält sich und das Zentrum ist innerhalb von ein paar Minuten erreichbar. Das Schöne ist im Endeffekt die Geschichte: es hat Kultur, ist lebendig und nicht weit zum Zentrum.

Wo findet man Dich an einem sonnigen Wochenende?

Bestimmt am Cospudener See am Strand oder im Park.

Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würde dann für Dich das größte Glück bedeuten?

Das ist schwer zu erklären, da ich gerade meine Firma ausbaue und das macht mich eigentlich jetzt schon glücklich. Ist ja eh ein Schaffensprozess. Ich weiß, ich werde nie fertig. Ich habe auch derzeit keine Probleme oder irgendwie das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt. Ich kann das echt schwer beantworten. Mal überlegen. Ich bin wirklich glücklich.

Woraus schöpfst Du neue Kraft?

Weil ich weiß, dass ich es schaffen kann oder ändern kann. Das ist jetzt so eine Floskel aus dem Leben, aber ich habe schon viel miterlebt und auch schon viel erlebt. Jetzt nicht sowas krass Schlimmes, aber im Endeffekt weiß ich, dass man es schaffen kann und dass man manchmal bloß den Willen und Mut haben muss. Wenn es mal schlecht kommt, konzentriere ich mich nie auf das Schlechte. Mein Stellenwert liegt immer auf dem Guten bzw. ich suche immer etwas Gutes raus. Dadurch geht es mir eigentlich immer gut.

 Was ist Dein Lieblingszitat?

Also rein geschäftlich gesehen ist mein Lieblingszitat eigentlich: Think Big! Ganz einfach. Denke groß, dann passiert im Endeffekt auch Großes. Wenn man groß denkt, dann sind die kleinen Probleme, die in den Weg kommen, wirklich keine Probleme. Wenn man klein denkt, dann sind die kleinen Probleme genauso groß wie das, was du erreichen willst. Ich habe so eine Lebensweisheit nach der ich ein bisschen lebe: Lebe nicht in der Vergangenheit, denke nicht an die Zukunft, sondern genieße die Gegenwart. Also ich denke an die Zukunft, wie es aussehen könnte und wie ich da hinkomme, aber ich träume nicht in der Zukunft. Vergangenheit ist letztendlich das, was mich geprägt hat, aber nicht das, worüber ich so viel darüber nachdenke in der Hinsicht, ob ich was ändern könnte. Das mache ich nicht. Ich bin auch ein Mensch, der solche Hätte-Sätze nicht mag. Hätte ich mal das und das gemacht, hätten wir das gemacht, hätte das, hätte der…

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Wenn Du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest, was wäre das?

Relativ viel. Ich finde persönlich, dass unsere Gesellschaft sehr abhängig von Medien und sehr gelenkt ist. Die Leute meckern sehr viel auf sehr hohem Niveau, aber wollen nie etwas ändern. Das heißt, sie meckern in einer Gruppe, haben aber selber keine Meinung. Wie man das ändern kann, weiß ich nicht.

Ein besonderer Moment, von dem Du uns berichten möchtest?

Es gibt im Endeffekt so drei, vier prägsame Dinger – rein auf mein Studium bezogen. Meine Eltern wollten am Anfang nicht, dass ich studieren gehe, weil es meine Schwester im ersten Anlauf nicht geschafft hat zu studieren. Ich bin damals bei der Bundeswehr rausgekommen und habe schon eine Lehre angefangen und hatte mich trotzdem fürs Studium beworben. Und ich muss sagen, ich war nicht wirklich gut in der Schule, auch weil ich sehr faul war, muss ich zugeben. Da war so ein einschneidendes Erlebnis schon bei der Bundeswehr. Da bin ich mit dem Taxi gefahren – ich war in der Nähe von Kassel stationiert – und da habe ich mich mit dem Taxifahrer unterhalten und der hatte Soziologie studiert und der hat gemeint: Wenn du studieren gehst, studiere was Richtiges, sonst landest du auch im Taxi. Das war eigentlich so ein Schlüsselerlebnis. Dann saß ich in der Berufsschule – ich habe wohlgemerkt Fachabi Wirtschaft – und das erste, was ich in Mathe hatte, war Bruchrechnung, wo ich dachte: Um Gottes Willen, dafür hast du 12 Jahre in der Schule gesessen und neben mir sind die Leute verzweifelt daran und dann dachte ich: Nee das geht so eigentlich nicht. Dann habe ich mich kurz mit meinem Wirtschaftslehrer unterhalten. Der hat zu mir gesagt: Junge, du hast Abi, du bist nicht doof. Geh studieren, sonst endest du hier so wie ich. Dann habe ich mit meinen Eltern darüber geredet und auch mit meinen Großeltern. Mein Opa, der hatte studiert, und hat gemeint: Mach es. das ist wichtig, das ist richtig. Meine Eltern hatten halt Angst. Und dann bin ich am 20. September 2006 zur Hochschule gefahren, habe mich eingeschrieben, hab dann meine Kündigung geschrieben, bin abends auf Arbeit gefahren, habe gekündigt und habs dann abends meinen Eltern erzählt. Drei Tage später hatte ich Geburtstag und hab es dann auch meinen Großeltern und Familie erzählt, dass ich studieren gehe. Und dann ab ersten Oktober, also die Woche drauf, habe ich angefangen zu studieren.

 Was ist Deine letzte WhatsApp-Nachricht/SMS?

Wird schon und einen Daumen hoch.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Wenn ich groß bin … bin ich schon.
  2. Letztes Jahr … war sehr anstrengend für mich, weil ich während meiner beruflichen Tätigkeit noch studiert habe.
  3. Nächstes Jahr … wird für mich ein schönes Jahr, weil ich meine Firma ausbaue und mir jetzt auch Mitarbeiter ranhole und auch jetzt in Leipzig sesshaft werde.
  4. Wenn ich abends ins Bett gehe, … freue ich mich darauf, am nächsten Tag aufzustehen.
  5. Wenn ich koche, … ernähre ich mich sehr gesund, da mir kochen Spaß macht.
  6. Mein Computer … ist mein Arbeitsmittel, aber nicht mein Lebensmittelpunkt.
  7. In Leipzig … wohne ich und lebe ich gerne und komme auch gern wieder her.
  8. Mein Leben … ist eigentlich einfach und schön.