… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Leipzig rauscht...

Leipzig rauscht...

Peter Piek

Ist immer wieder gern zuhause in Leipzig

Peter Piek | Musiker und Maler | 33 Jahre | Aus Karl-Marx-Stadt | Wohnt im Zentrum, Richtung Eutritzsch | Getroffen im Horns Erben

Welcher Platz in Leipzig hat für Dich die größte Bedeutung?

Das ist eigentlich meine Wohnung. Da halte ich mich hauptsächlich auf, wenn ich in Leipzig bin. Das ist eigentlich ein bisschen schade, weil ich Leipzig gar nicht so sehr nutze, wie ich es könnte. Aber das liegt daran, dass ich total viel verreist und auf Tour bin. Und wenn ich dann mal zu Hause bin, genieße ich auch einfach mal die Zeit dort. Ich muss beinahe zugeben, das könnte fast überall sein. Nichtsdestotrotz ist Leipzig eine extrem schöne Stadt und ich genieße es, hier zu wohnen und durch die Straßen zu fahren. Es ist erstaunlich, wie vielseitig es immer wieder ist. Ich wohne schon seit 10 Jahren hier und ich finde es immer noch toll und das finde ich bemerkenswert.

Demnach kommt Deine Inspiration für Deine Musik nicht aus der Stadt selbst?

Das ist wirklich schwer zu sagen, weil dazu bin ich einfach zu wenig hier. Eigentlich schreibe ich die meisten Songs, wenn ich auf Tour bin. Da passiert dann doch das meiste.

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Typisch Leipzig – Was ist Dir aufgefallen?

Leipzig ist definitiv eine spezielle Stadt. Es gibt noch spezielle Städte wie zum Beispiel Venedig. Es gibt nur ein Venedig, das ist klar, aber es gibt auch nur ein New York. Aber es gibt auch andere Städte, die sind austauschbar, wie zum Beispiel Oldenburg oder Marburg. Leipzig ist schon eine spezielle Stadt, finde ich, aber woran das gerade liegt … Es ist die größte Stadt in Ostdeutschland und ich denke schon, dass die Leute in Ostdeutschland – ob das jetzt positiv oder negativ ist, sei dahingestellt – nach wie vor eine andere Mentalität haben. Hier ist das Leben so billig, wenn du das mal mit Stuttgart vergleichst, da geht es einfach nur darum: Wer hat das größte Auto und hier ist das total egal. Es ist völlig egal …. Auf die Idee würde ich gar nicht kommen. Das ist eine völlig andere Welt, in der wir hier leben. Hier geht es mehr darum, einfach zu sein und sich an Dingen zu erfreuen und das Leben zu genießen und nicht so sehr um völlig überflüssige Statussymbole, die zum Beispiel in westdeutschen Städten viel, viel wichtiger sind als hier. Das ist hier einfach besser. Es ist viel schöner hier zu leben. In Berlin ist das auch so, aber Berlin ist so ein bisschen im Spot. Das mag ich auch an Leipzig irgendwie, dass es nicht so im Fokus ist. Leipzig ist ein Ort, an dem man sich als Künstler gut konzentrieren kann, was ich auch schätze.

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Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würde dann für Dich das größte Glück bedeuten?

Ja, da gibt’s extrem viele Sachen. Kunst ist ja teuer, schon die Herstellung ist total teuer. Viele Sachen kann ich gar nicht machen, weil ich sie mir nicht leisten kann  übelst viele Sachen. Viele Ideen bleiben wirklich im Ideenstadium. Das Fiese am Künstlerdasein ist, dass du, sobald du es geschafft hast, alle möglichen Sachen einfach machen kannst und wirklich dein kreatives Potential auch ausleben kannst. Das kann ich nämlich nicht. Ich lebe mich schon im Verhältnis zu den meisten Leuten auf einem ziemlich extremen Level aus, aber trotzdem gibt es eine Menge Sachen, die ich gern machen würde, aber an die ich noch gar nicht rankomme. Das wäre cool, wenn sich das ändern würde.

Woraus schöpfst Du neue Kraft?

Ich habe viel gelernt. Ich habe wirklich hunderte von Konzerten gespielt. Manche sind schwierig und manche sind echt total deprimierend. Ich bin schon tausende Kilometer gefahren, um vor niemandem zu spielen. Aber das hat mich eben auch gelehrt, dass man so gar nicht denken sollte. Ich versuche einfach mehr für den Moment zu leben. Das gelingt einem nicht immer so gut, manchmal besser als an anderen Tagen. Aber wenn man mit der Einstellung lebt, kann einem eigentlich nichts passieren.

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Wenn Du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest, was wäre das?

Ich denke schon, dass ich die Welt mit anderen Augen sehe, weil ich einfach mehr von der Welt gesehen habe. Das wär eine gute Idee für viele andere Leute, sich mal ein paar Sachen anzugucken – nicht immer solche Angst zu haben. Diese Angst, das ist furchtbar, das ganze Angst-Gemache überall in den Medien. Man müsste aus Angst Neugier machen. Dann wäre die Welt wirklich ein besserer Ort.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Bei meinen Konzerten … spiele ich Songs.
  2. Wenn ich morgens aufwache, … dann geht es darum, wer Frühstück macht.
  3. Wenn ich wieder nach Leipzig komme, … dann freue ich mich auf meine Katze.
  4. Mein Leben … Punkt(.)