… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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ResaRot

Von der Fotografie zum neuen Lebensgefühl

ResaRot | Mensch | Fotografin | 36 Jahre | wohnt in Reudnitz

24h in Leipzig – Was darf man auf keinen Fall verpassen?

Ich finde, das ist sehr wenig Zeit, um sich ein Bild von einer Stadt zu machen. Man sollte vielleicht einfach durch die Straßen laufen, sich in ein Café setzen. Ich mag es auch gern Kunst anzuschauen, momentan gibt es eine Paul-Klee-Ausstellung im Museum der bildenden Künste, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Wie hat sich Leipzig in den letzten Jahren verändert?

Ich denke, dass sich eine Stadt immer verändert. Je nachdem, welche Bewohner weg- und hinziehen.

Was macht Reudnitz aus? 

Billige Mieten. [lacht] Ich glaube, gerade deshalb ist es tatsächlich attraktiv. Es gibt Leute, die sich extra in verlassenen Häusern Wohnungen nehmen und künstlerische Sachen machen oder ein Atelier einrichten. Zum Beispiel in Plagwitz ist es ja inzwischen wieder ganz teuer. Das war ja auch mal eine eher verlassenere Gegend. Wahrscheinlich ziehen die dann alle immer weiter. Wenn dann der Osten wieder ausgereizt ist, ziehen sie vielleicht wieder nach Connewitz. Ich habe das Gefühl, dass Connewitz gerade voll out ist.

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Beeinflusst die Stadt Leipzig Deine Arbeit als Fotografin?

Ich glaube dadurch, dass ich mich in der Stadt wohlfühle, habe ich Lust etwas zu machen. Wenn ich in einer anderen Stadt wohnen würde, in der ich mich nicht wohlfühlen würde, würde das wahrscheinlich meine Arbeit beeinflussen. Aber die Stadt direkt beeinflusst meine Arbeit nicht, sondern, dass ich mich hier wohlfühlen kann.

Woraus schöpfst Du neue Kraft, wenn es bei Deiner Tätigkeit als Fotografin mal nicht so gut läuft?

Ich finde es gar nicht schlimm, wenn es mal nicht so läuft, da ich keinen Druck habe. Deshalb nehme ich mir einfach die Zeit und habe da keine Löcher in dem Sinne. Es gibt auch mal Zeiten, in denen ich einfach nicht so viel Lust zum Fotografieren habe. Jetzt zur Zeit ist es so, dass ich die Leute eher eine längere Zeit mit Fotoprojekten begleite. Dann schaue ich, wie sie sich entwickeln und dann bekommen wir Vertrauen zueinander und dann kann man immer verrücktere Sachen realisieren.

Manche Deiner Arbeiten sind ja eher ungewöhnlich und düster. Da kommt es bestimmt auch mal vor, dass sich jemand daran reibt. Wie gehst Du mit Kritik um?

Ich habe schon mal Nachrichten von Leuten bekommen, die geschrieben haben, dass es verstörend ist, was ich da mache oder ob ich das bitte löschen kann. Dann versuche ich da nachzufragen, warum das so ist oder warum sie der Meinung sind, dass, wenn ich ein bestimmtes Bild lösche, es irgendwas an ihrer Gesamtsituation ändern würde. Aber Kritik finde ich gut. Mich kann man immer kritisieren. Ich habe auch Lust darauf, etwas Neues zu lernen.

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Ist das dann auch Dein Lebensmotto, dich nicht vor neuen Sachen zu verschließen?

Ich bin eigentlich gar nicht so offen für Neues. Ich bin eigentlich ein sehr zurückgezogener Mensch und habe nicht so viel Kontakt zu anderen Menschen. Ich habe das auch mal in einem anderen Interview erzählt, dass die Fotografie wie eine Art Therapie für mich ist, weil ich schon immer eine Art Sozialphobie hatte.

Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Was würde dann für Dich das größte Glück bedeuten?

Alle Bücher dieser Welt besitzen und lesen dürfen – in aller Ruhe.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Wenn ich meine Kamera in die Hand nehme, …  freue ich mich, dass sie noch da ist.
  2. Wenn ich nach Hause komme, … gieße ich meistens die Blumen.
  3. Im Sommer in Leipzig … esse ich sehr viel Eis.
  4. In Leipzig … würde ich gern wohnen, wenn ich nicht schon hier wohnen würde.
  5. Mein Leben … ist gut, so wie es gerade ist und kann gern noch ein bisschen dauern.