… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Robert

Terribly Overrated Youngster

Robert | Musiker, Ferienwohnungsvermieter und Social Entrepreneur bei Takadimi | 31 Jahre | ursprünglich aus Flöha (bei Chemnitz) | wohnt in Lindenau

Wie füllen sich Deine Tage in Leipzig?

In der Woche stehe ich zwischen um acht, neun auf und trinke erstmal einen Espresso. Dann checke ich Mails, beantworte die ersten, frühstücke – manchmal, nicht immer – und dann gehe ich in mein Büro in der Lützner Straße. Wir haben so ein Großraumbüro. Dort wird erstmal gequatscht, dann arbeiten wir bis mittags und dann gibts Mittagessen. Wenns die Zeit hergibt, kochen wir das selbst. Am Nachmittag lasse ich dann meist noch ein paar Feriengäste rein. Zwischendurch fallen immer ganz verschiedene Sachen an.

Was ist denn der heißeste Spot nachts in Leipzig?

Naja, Leipzig ist ein Ort, der immer im Wandel ist. Viele Läden halten nicht so lange. Es gibt oft temporäre Sachen, die schnell auftauchen und schnell wieder weg sind. Das Goldhorn z. B. fand ich ganz geil. Das IFZ ist immer ein Commitment zur Nacht bzw. zum nächsten Morgen, wo man bereit sein muss, lange durchzuhalten. Aber es ist natürlich stimmungsabhängig, was man gerade als heißesten Ort bezeichnet. In der Ostapotheke z. B. hatte ich auch schon sehr schöne Momente erlebt. Man muss aber schon Abstriche in Leipzig machen. Es ist nicht so, dass man irgendwo hingeht und weiß, dass man eine gute Party erlebt. Es ist immer ein Prozess und das ist gut so.

Und hast Du einen Lieblingsort in Leipzig?

Ich bin schon oft in Leipzig umgezogen, deshalb gibt es nicht wirklich ein Zuhause, was ich jetzt nennen könnte. Der Clara-Park ist auf jeden Fall wichtig im Sommer. Der Auwald zwischen Fockeberg und Cossi war lange Zeit meine liebste Joggingstrecke. Da kann man sehr gut die wechselnden Jahreszeiten beobachten.

Robert - Takadimi

Du warst Stipendiat beim Social Impact Lab. Worum ging es da?

Da war ich mit meinem Social Startup Takadimi. Wir haben eine Online-Plattform, auf der wir freie Musiklehrer mit Schülern verbinden wollen, die sich eintragen und alle möglichen Infos über sich angeben können, wie zum Beispiel Musikgenre oder die zu unterrichtenden Altersgruppen. Damit hatten wir uns damals beworben und wurden angenommen. Insgesamt waren wir dann acht Monate da.

Jetzt ist das Stipendium vorbei. Kann ich mich jetzt auf Eurer Plattform eintragen?

Ja, mittlerweile haben wir 250 registrierte Lehrer deutschlandweit. Man kann sich auch ohne Diplom registrieren, wenn man denkt, dass man ein guter Lehrer ist.

Woher kommt die Idee? Bist du selber Musiker?

Ja, die Idee kommt aus der Zeit, als ich noch in meiner Band Terribly Overrated Youngsters gespielt habe. Wir hatten einige Konzerte gespielt und man hat viele Leute aus der Musikszene getroffen. Da entstand dann die Idee. Zudem hatten wir viele verschiedene und wechselnde Musiker in der Band, die auch selbst Unterricht geben. Ich dachte dann, es müsste mal eine Plattform für all die freien Musiklehrer geben. Ich kannte zumindest noch keine. Musiker sind oftmals verpeilte Menschen, die Schüler brauchen, aber sich schwertun, diese zu akquirieren.

Machst Du jetzt noch Musik?

Nee, das ist bisschen eingeschlafen, steht aber auf der To-do-Liste. Ich habe aber gerade wieder angefangen klassische Klavierstücke zu üben.

Robert - Takadimi

Stell Dir vor, Du hättest alle Möglichkeiten der Welt und Du müsstest keine Konsequenzen für Dein Handeln tragen. Welchen Wunsch würdest Du Dir erfüllen?

Ich habe einen Wunsch: Segeln. Auf einem Segelboot längere Zeit wohnen, das wäre stark. Aber ich habe das noch nie länger als eine Woche gemacht und bin mir nicht so sicher, ob sich das nicht nach einem Jahr erschöpft. Das wäre aber eine Sache, die ich unbedingt noch ausprobieren möchte. Ich habe nicht so die mega hochgestochenen Träume, aber das Segeln und Reisen im allgemeinen sind essentiell für mich.

Wenn Du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest, was wäre das?

Naja, da gibts immer offene Flanken. Aber wenn ich jetzt eine Sache wählen muss, dann sollte in den strukturschwachen ländlichen Gebieten in Sachsen, wo ich auch herkomme, irgendwas dem Rechtsradikalismus entgegengesetzt werden. Meine Theorie ist ja, dass die Intelligenz aus dem ländlichen Osten in die Städte wegzieht und die ,Zurückgebliebenenso komischen Verirrungen erliegen, die sich in einem heterogeneren Diskurs wohl verflüchtigen würden. Ich weiß nur beim besten Willen nicht, wie man jetzt diese Region noch attraktiver für Städter machen könnte. Wichtig ist gerade jetzt, dass sich jeder aktiver, aber auf eine besonnene Art und Weise, ins gesellschaftliche Geschehen einbringt und durch sein Handeln einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugt. Man sollte weniger egoistisch, sondern einmal mehr für das Allgemeinwohl handeln, ohne Gegenwert, so einfältig das klingen mag.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Letzte Woche … habe ich mich wieder mit einem guten Kumpel versöhnt.
  2. Der Unterschied zwischen Leipzig zu Flöha … ist wie Tag und Nacht.
  3. Als ich nach Leipzig kam, … war ich 18 Jahre alt und frisch verliebt.
  4. In Leipzig … steigen die Mieten.
  5. Mein Leben … ist eigentlich ganz geil.