… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

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Leipzig rauscht...

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The Mad Hatters

Geschrei im 30-Minuten-Takt

The Mad Hatters | spielen seit 5 Jahren zusammen | v.l.n.r. Malo, Michi, Alex, Marcel, Tobi

Ihr habt mir vorhin erzählt, dass Ihr im Januar ein Comeback feiert. Was passiert bis dahin noch?

Wir werden uns auflösen. Wenn du dir vorhin angeguckt hast, was wir so machen, wird das auch einleuchten, warum. Die Chemie stimmt einfach nicht. Es macht einfach keinen großen Spaß hier zu spielen. Es ist ziemlich langweilig, immer das Gleiche. Immer Kommerzscheiße. Nach 5 Jahren ist einfach Schluss.  Man muss sich dennoch persönlich weiterentwickeln. Wir werden alle sehr erfolgreiche Soloprojekte starten. Ich werde ein Schlagerduo mit Alex zusammen eröffnen. Wir heißen dann Alex und die Roboter der Leidenschaft. Das wird floppen und deswegen werden wir Mitte Januar unsere große Comeback-Tour feiern, wir freuen uns schon sehr drauf.

Was kann ich da erwarten?

Dasselbe wie vorher. Wir sind wieder da. Wir haben neue Frisuren und neue Schuhe und die gleichen Lieder. Wir spielen dieselben Lieder mit anderen Texten und neuer Musik, so dass es kein Experte mehr erkennen könnte.

Wollt Ihr euch vielleicht nur vor dem Winter drücken?

Nein, im Winter gibt es unsere Abschiedstournee und darüber werden wir uns streiten, weil es total nervt auf dem Weihnachtsmarkt zu spielen. Die Leute sind betrunken und das macht keinen Spaß und deshalb werden wir uns dort nur streiten und beleidigt sein. Nein jetzt im Ernst, wir sind dann auf dem Weihnachtsmarkt und das wird sehr schön.

Ihr wohnt alle in unterschiedlichen Stadtvierteln. Würdet Ihr in das Viertel des jeweils anderen ziehen?

Nein, ich bin froh, dass ich sie nicht immer sehen muss. Stell dir vor, du gehst einkaufen und da geht auch noch Michi einkaufen, wenn ich da bei Herr Rösler an der Kasse stehe.

Was ist der Unterschied zwischen Altenburg und Leipzig?

Aus Altenburg kommen wir alle. In Leipzig wohnen wir jetzt freiwillig. Es gibt sehr starke kulturelle Unterschiede. Du kannst ein Museum oder ein Konzert angucken oder du kannst in Altenburg wohnen. Du kannst in Leipzig sehr gut einkaufen, es gibt viele junge Leute oder du kannst nach Altenburg ziehen. Was der Vorteil von Altenburg ist, glaube ich, in Altenburg gibt es die meisten Leute mit weißen Haaren in ganz Deutschland.

Was macht denn für Euch die Straßenmusik aus?

Wir haben dieses Jahr hier in Leipzig Straßenmusik gemacht, in Eilenburg zum Beispiel auch oder in Wittenberg zum Stadtfest. Die Stadt Wittenberg wollte eine lustige Truppe, die Musik macht. Selbst wenn du in Leipzig 100 Mal gespielt hast, hast du jedes Mal andere Leute. Das ist jedes Mal ein bisschen anders, weil man jedes Mal anderes Publikum hat. Das ist das, was es ausmacht. Wenn du in Chemnitz oder Dresden bist, jedes Mal funktioniert es gleichermaßen oder auch nicht. Die Leute lachen über dieselben Sachen, aber eben auch nicht immer [lachen].

Daran schließt sich meine nächste Frage an. Ihr bringt die Leute manchmal schon in Verlegenheit. Wie geht Ihr damit um?

Man muss immer gucken, wie weit man gehen kann und so weit muss man dann gehen und noch ein bisschen weiter, bis es schon ein bisschen wehtut und dann musst du aber auch weiter da sein, dass die Leute trotz Peinlichkeit ein gutes Gefühl haben. Das ist ganz wichtig. Das ist das, was wir in den letzten fünf Jahren gelernt haben: auf die Leute zu reagieren. Es gibt gewisse Sachen, da wissen wir aus Erfahrung, dass das funktioniert und das andere funktioniert weniger gut. Das ist das Spannende: Du weißt nicht, was passiert. Wir gehen auch selten mit einem vorgefertigten Programm auf eine Veranstaltung. Wir haben ein bestimmtes Repertoire und da schießen wir einfach aus der Hüfte. Was es bei uns ausmacht ist, dass wir mit dieser Pop-Sprache und mit dieser Kommerzsache wiederum den Leuten beibringen wollen, dass Musik etwas Wertvolles ist und gut ist und mehr als Untermalung im Kaufhaus. Das ist in der breiten Masse wahrscheinlich gar nicht mehr so präsent.


Vervollständigt bitte folgende Sätze:

  1. Ein Block ist fertig, … wenn wir das Gefühl haben oder wenn 30 Minuten um sind und wir den Ort wechseln müssen.
  2. In fünf Jahren … darf Alex Auto fahren [lachen].
  3. In Leipzig … ist es schön.
  4. Unser Leben … ist sehr gut  genauso wie unsere neue CD.

 

The Mad Hatters – Viertelrausch Akustik-Session