… portraitiert Menschen aus Leipzig.
Es werden Leute in den verschiedenen Stadtvierteln interviewt und dazu Bildserien erstellt. Viertelrausch ist das ehrenamtliche Projekt von Effektrausch – einem Büro für Employer Branding und Storytelling.

Die letzten Fünf
Reudnitz Volkmarsdorf
Waldstraßenviertel Gohlis
Südvorstadt Connewitz
Alle
Lindenau Plagwitz
Grünau & Rand
Leipzig rauscht...

Südvorstadt Connewitz

Toby

Über Hip Hop in Leipzig

Toby | Dozent für Kinder, DJ, Grafiker, Fotograf, Kommunikation| gerade erwachsen geworden | aus Weimar | wohnt in der Südvorstadt, im Übergang zu Connewitz

Wir haben mit Toby, bekannt als DJ Derbystarr, über die HipHop-Szene in Leipzig gesprochen. Das hört ihr im Podcast.

 

Warum wohnst Du in der Südvorstadt?

Am Anfang gab es keinen genauen Grund für mich. Ich habe es als sehr schön empfunden. Ich fühle mich aber sehr zu Connewitz hingezogen, wohne auch nur eine Straße vom nominellen Connewitz entfernt. Im Süden ist generell viel los. Alle meine Projekte sind hier verortet. Ich mag auch den Westen, wie bspw. Lindenau oder Plagwitz. Ich bin sehr froh, dass ich aufgrund der Größe von Leipzig auch schnell hinkomme. Ich finde Leipzig allgemein sehr schön. Ich bin sehr zufrieden in der Südvorstadt.

Was ist Dein Herzensort in Leipzig?

Ich bin viel und gerne im Conne Island. Das ist ein sehr alternativer Laden, in dem ich mich wohlfühle. Der ist mir manchmal aber zu alternativ. Es gibt durchaus Ansatzpunkte, mit denen ich mich nicht identifizieren kann und mich nicht so frei fühle, aber ich mag die Ansätze dort sehr. Ich mag auch die Lokalität. Das ganze Gebiet ist ein Skatepark, mit Sitzmöglichkeiten und Graffiti. Es ist einfach sehr viel möglich. Ansonsten mag ich die Dächer der Stadt, auf denen ich sehr oft war. Ich mag das – aber ohne irgendwo zu klingeln. Das Problem ist halt, dass ich kaum noch Dächer habe. Wenn jemand noch Dächer kennt, soll er sich gern bei mir melden.

Was hält Dich in Leipzig?

Ich mag die Altbauten. Ich nenne das gern Kultur-Ost. Die Bezeichnung trifft auf viele Städte in Ostdeutschland zu. Man kann hier Dinge ohne große Barrieren antreiben. Auch im HipHop-Kontext machen wir viel ohne offizielle Anmeldung. Das ist hier auch möglich. Man kann aus wenig viel machen. Man hat alte Fabrikgebäude und kann beispielsweise Ateliers reinbauen. Hier geht das alles noch relativ barrierefrei ohne viel Bürokratie die hält sich in Grenzen. Für mich ist so ein altes dreckiges Haus schon beinahe romantisch. Daneben habe ich hier auch alles, was ich brauche und möchte. Ich bin in 10 Minuten am See und kann dort baden gehen. Ich habe hier Wald. Ich bin auch innerhalb von 30 Minuten in jedem Viertel und es ist nicht wie in Berlin, wo man ewig für eine Strecke braucht. Ich habe hier außerdem sehr viel Kultur. Was ich an Leipzig auch mag, ist der Fakt, dass man nah an die Menschen rankommt und auf diese zugehen kann. Es ist nicht so anonym. Es ist mittlerweile so, dass ich in keine andere Stadt, außer maximal Hamburg, gehen würde.

Toby

Gibt es eine Sache, die Du gern an Leipzig ändern würdest?

Ich sehe, wo die Entwicklung der Stadt hingeht. Ich mag Entwicklung. Es ist jetzt schwierig zu sagen, dass ich die Entwicklung der Stadt ändern möchte. Das wäre aber wahrscheinlich der Punkt. Die Mieten steigen, die Viertel entwickeln sich – man kann das aus anderen Entwicklungen der Geschichte ablesen, wohin die Dinge dann gehen. Aber ich lebe im Jetzt und jetzt ist alles gut.

Ich habe letztens von einem Partymotto gehört, welches hieß „Komm als derjenige, der du nicht bist“. Wer würdest Du sein?

Als jemand, der nur von seinem Teller isst und den Kopf davon nicht erhebt. Ich habe letztens einen guten Spruch für mich gefunden – bei Online-Profilen ist man gezwungen sich in kurze Sätze zu fassen. Mein Spruch ist: „Messer-Ablecker. Lieblingsessen: Tellerrand“.

Wenn Du Dich ein Jahr lang nicht um Deinen Unterhalt kümmern müsstest, was würdest Du dann tun?

Das mache ich gerade schon. Ich mache das schon immer, aber momentan mache ich das frei von Ängsten. Ich mache das derzeit zu 100% und das ist absolut gar nicht einfach und deswegen bin ich auch ein Verfechter des Grundeinkommens. Ich bin aber auch der Meinung, dass das nur funktioniert, wenn du die Dinge so machst, wie du sie zu 100% fühlst. Viele machen es aber nicht zu 100% und das ist oft das Problem. Man kommt immer an Punkte, an denen man sich entscheiden muss. Wenn man dann nicht wirklich nach dem handelt und sich doch eher für etwas anderes entscheidet, dann kommt man schnell dazu anzunehmen, dass man es nicht schaffen kann.

Toby

Kannst Du Dich an einen Moment erinnern, an dem Du richtig glücklich warst?

Das mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber ich habe seit einem halben Jahr nur solche Momente. Das passiert andauernd und ich habe das Gefühl tatsächlich ziemlich oft. Das ist manchmal auch aus heiterem Himmel. Ich denke schon ziemlich lange, ziemlich viel über Dinge nach – vielleicht auch manchmal zu viel. Jetzt gerade passieren sehr viele Dinge, aus denen ich durch mein vieles Nachdenken einen Sinn erkennen kann. Das verleiht mir tagtäglich ein Glücksgefühl. Wenn man an kleinen Sachen die ganze Welt kapiert. Das bringt einem manchmal an einem kalten Wintertag ein riesiges Glücksgefühl.

Vervollständige bitte folgende Sätze:

  1. Die HipHop Szene in Leipzig … wird weiterhin wachsen.
  2. Wenn ich jetzt nach Hause gehe, … trinke ich Tee.
  3. Wenn ich doppelt so alt bin wie jetzt, … bin ich doppelt so jung wie jetzt.
  4. In Leipzig … geht was.
  5. Mein Leben … ist ein Fisch.